Über den Künstler
René Cottet (1902–1992) zählt zu den großen französischen Kupferstechern des 20. Jahrhunderts. Geboren am 25. November 1902 in Paris als Sohn einer Näherin, fand er schon früh zur Kunst des Tiefdrucks.
Seine Ausbildung erhielt er an der renommierten École Estienne sowie an der École nationale des Beaux-Arts, unter anderem als Schüler von Auguste Laguillermie und Antoine François Dezarrois. 1929 wurde er am Salon des artistes français mit einer ehrenvollen Erwähnung ausgezeichnet, 1932 erhielt er den zweiten Grand Prix de Rome für Gravur. Von 1933 bis 1934 war er als Stipendiat der Stadt Paris Gast der Casa de Velázquez in Madrid.
Später lehrte er selbst Tiefdruck-Gravur an der École Estienne und prägte eine ganze Generation von Stechern. Als Briefmarkenkünstler entwarf und stach er über 600 Marken – für Frankreich, Monaco, Luxemburg, Marokko, Tunesien und weitere Länder; 1941 entstand seine erste französische Briefmarke mit dem Wappen von Marseille.
Cottets freies Werk umspannt Landschaften der Provence, exotische Tierszenen, opulente Stillleben und phantastische Kompositionen. Stets bleibt die Linie sein Werkzeug: Mit Grabstichel und Radiernadel modellierte er Licht und Schatten allein aus der Dichte der Schraffur. Er starb im April 1992 in der Drôme. 2008 stiftete sein Schüler Pierre Albuisson den ihm gewidmeten Prix René-Cottet.